Fresnel-Technologie
Die Fresnel-Technologie, die jetzt unter realen Betriebsbedingungen getestet wird, ist vergleichsweise einfach in der Produktion, im Bau und im Betrieb. Die Spiegel, die die Sonnenstrahlung einfangen und konzentrieren, sind flach. Aneinandergereiht bilden sie lange, bewegliche Spiegelstränge. Parallel angeordnet lenken diese die Strahlungsenergie der Sonne auf ein Rohr, das sich in acht Metern Höhe über den Spiegeln befindet. In diesem Absorberrohr befindet sich Wasser, das auf Temperaturen bis 450 Grad Celsius erhitzt wird. Dabei entsteht Dampf, der über eine Dampfturbine in elektrische Energie umgewandelt wird - genau so wie in einem konventionellen Kraftwerk. Fresnel-Kollektoren sind in vielerlei Hinsicht fortschrittlich: sie sind unempfindlich gegen Wind und erfordern weniger Landfläche als bisherige Solarkollektoren. Für eine Demonstration dieser Technik bietet das südspanische Almería beste Voraussetzungen - hier scheint 3 000 Stunden im Jahr die Sonne.
Die Demo-Anlage auf dem Gelände des Forschungszentrums Plataforma Solar de Almería wurde gemeinsam mit der deutschen Solar Power Group (SPG) errichtet, an der MAN Ferrostaal eine Beteiligung von 25 Prozent hält. Das Fresnel-Konzept der SPG zeigte sich in zwei bisherigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten als fortschrittliche und wirtschaftlich interessante Option für den Einsatz in solarthermischen Kraftwerken. Auf einer Fresnel-Pilotanlage in Belgien sammelte das Unternehmen wertvolle Erfahrungen: ein 2 500 m² großes Spiegelfeld wurde aufgebaut, seine Konstruktion über mehrere Jahre kontinuierlich verbessert. Anteile an der SPG sichern MAN Ferrostaal den Zugang zu einer der innovativsten Stromgewinnungstechniken, die derzeit verfügbar sind. Beide Firmen verfolgen nun gemeinsam das Ziel, den Fresnel-Kollektor für den Einsatz in kommerziellen Dampfkraftwerken nutzbar zu machen.





